Unsere in der Kindheit von elterlichen Personen vermittelten Introjekte begleiten uns im Erwachsenenleben wie ein Schatten. Über die Macht der Konditionierungen und die Wirkungen in Organisationsfamilien (und sonstigen Familien)

(Introjektion beschreibt den Prozess der Aufnahme von Introjekten, das heißt die Verinnerlichung von Werten und Normen anderer im Rahmen der Sozialisation eines Menschen).

Die Introjekte sind meist Erwartungen von außen, die mit unseren ureigensten Bedürfnissen nichts zu tun haben. Wir erfüllen sie dennoch, da wir als Kinder keine wirklichen Alternativen haben. Unsere Introjekte bzw. Schatten melden sich jedoch im Erwachsenen Leben ohne Vorwarnung, sie übernehmen ganz einfach die Regie über unser Verhalten. Sie entziehen sich der Vernunft, „es geschieht ganz unwillkürlich“. Und so regredieren wir in den den Ursprungserfahrungen ähnlichen Situationen im Erwachsenenleben unbewusst in frühere Lebensabschnitte, genau in diese, in welchen wir gezwungen waren, elterlichen Normen und Geboten bedingungslos zu folgen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Herr Prof. Dr. Müller-Meier-Schulze, nachdem er seine Ideen zur Lösung eines Problems seinem Vorgesetzten (ohne Konditionierungenakademischen Abschluss) vorgestellt hatte, auf dessen Frage, was er sich denn dabei gedacht hat, ihm ganz unwillkürlich 5 Minuten seine Gedanken zu erklären versucht. Als er dann erschöpft seinen Vorgesetzten erwartungsvoll anblickt, in der Hoffnung, er würde wohlwollende Zustimmung erhalten oder zumindest ungeschoren davonkommen, antwortet dieser: „Ich verstehe nicht, weshalb Sie sich offensichtlich kritisiert fühlen und ihr Verhalten rechtfertigen. Ich wollte lediglich Ihren Gedankengang verstehen“.

Tja, blöd gelaufen. Was ist passiert?

Unser Herr Professor, der Experte zu diesem Thema, reagierte mit einem Anteil seiner Persönlichkeit, der eigentlich der Vergangenheit angehört, doch in der aktuellen Situation, da getriggert, reaktiviert wurde. Die Frage (damals), was er sich dabei gedacht hatte, als er seinem Vater erklären sollte, weshalb er dies oder das gemacht hatte, war keine echte Frage, sondern beinhaltete eine versteckte Kritik. Ganz oft waren seine Gedanken nicht die, die der Vater hören wollte, doch er hat aus guten Gründen versucht, den Vorstellungen seines Vaters zu genügen. Dafür erhielt er dann auch Anerkennung.

Konditionierungen wirken unbewusst

Psychologisch: Er hat sogenannte bedingte Zuwendung erhalten und gelernt: Wenn ich dies oder das bin oder mache, dann erhalte ich Wertschätzung – und umgekehrt. Damit hat er in seinen „Sozialisationsrucksack“ einen Glaubenssatz hinterlegt, der da heißt: „Ich bin nicht okay – Du bist okay“. Sein „okay-sein“ hängt dann davon ab, ob er von anderen anerkannt wird. Dieser Glaubenssatz springt immer dann „aus dem Rucksack“, wenn er in ähnlichen Situationen im Erwachsenenleben mit einer höhergestellten Person zu tun hat. Da dies unwillkürlich geschieht, ist er in diesem Moment nicht in der Lage, zu trennen zwischen „damals“ und „heute“. Psychologisch: Er folgt dem Prinzip der Übertragung (Rückschluss von einer anderen Person auf die aktuelle).

 

Ich denke, dieses Beispiel ist uns allen so oder ähnlich als eigene Erfahrung bekannt, mir zumindest. Wenn wir uns mit unseren Schatten auseinandersetzen, haben wir eine realistische Chance, die unbewussten Assoziationsketten zu trennen. Zum Beispiel im Rahmen eines Coachings.

Hans Peter Wimmer

Bildquelle: pixabay 2

 

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