Ich selbst sein

Ganz und gar ich selbst. Wir alle denken, dass wir das sind. Und doch ist es eine Illusion. Wenn wir uns so leben, wie wir sein könnten, mit all unseren Anlagen und Fähigkeiten, wenn wir unsere tiefen Sehnsüchte erspüren und verwirklichen würden, dann wären wir glücklich und gesund. Wir würden ein optimales Leben führen. Wir hätten weder Stress noch Depressionen, noch kämen wir in Burn out oder hätten Minderwertigkeitskomplexe oder fühlten uns nicht ausreichend geliebt usw. Doch so ist es nicht.

 

Die gute Nachricht: Wir sind auf dem Weg.

Unsere Sehnsucht nach der heilen Welt kommt aus dem Wissen in uns, wie wir leben könnten, wenn… Ja, wenn wir zu uns stehen würden, auf uns achten würden, uns lieben würden. Das können wir jedoch nur wirklich, wenn wir mit uns einverstanden sind auf allen Ebenen unseres Seins. Ist das nicht der Fall, werden wir unzufrieden und all zu oft bekommen das dann die zu spüren, die uns am nächsten stehen. Es kommt dann vor, dass wir von anderen gerade das erwarten, was wir uns selbst geben sollten. Z.B. Anerkennung, Inspiration, Liebe, Wertschätzung, Fürsorge.

 

Stellen wir uns mal vor, wir würden das tun.ich selbst sein

Wir gehen fürsorglich mit unserem Körper um, ernähren ihn so, dass er sich wohl fühlt und gesund sein kann. Wir gehen fürsorglich mit unseren Gefühlen um, sorgen dafür, dass wir mit uns, unseren Worten und Handlungen einverstanden sind, dass wir uns selbst und anderen gegenüber freundlich und liebevoll sind, dass wir ehrlich sind und neugierig auf das Werden dieser Welt, dass wir Rücksicht nehmen auf jegliche Lebensform, auch diese Welt. Dann, denke ich, ginge es uns schon ganz gut.

Würden wir uns dann auch noch für die Art und Weise, wie wir unsere Talente und erlernten Fähigkeiten einsetzen, wertschätzen, weil wir sie freudig und voller Lebenslust sinnvoll einbringen in das Gesamtgefüge dieser Welt. Oder weil wir wertschätzen hilfsbereit, rücksichtsvoll und liebenswert zu sein. Oder weil wir dankbar eine Hilfe annehmen oder den Sonnenstrahl, der uns wärmt oder den Vogel, der uns sein Lied singt wertschätzen. Dann haben wir bereits gute Gefühle und sind unabhängig von anderen.

 

Stellen wir uns vor, wir würden uns lieben

– weil wir einfach nur unser Bestes geben, weil wir einfach nur ehrlich und offen sind, weil wir stolz auf uns sein können, weil wir für unsere guten Gefühle sorgen, weil wir freundlich und liebevoll mit uns und anderen umgehen… Dann atmen wir ruhig und tief und sind glücklich.

Das Ergebnis wäre, dass wir dann auch fähig wären zu lieben. Es würde uns dann auch leicht fallen von der Welt und ihrer Schönheit inspiriert zu werden. Und stellen wir uns vor, wir würden bereits das alle tun. Es ist ja nicht viel. Wir müssten nur uns selbst gegenüber aufmerksam sein – auf allen Ebenen unseres Seins.

Ich kann mir vorstellen, dann hätten wir Frieden auf dieser Welt. Es gäbe keine Ausbeutung der Erde, keine Umweltbelastungen, denn es gäbe Rücksichtnahme und Ehrlichkeit, die Null-Bock-Generation hätte wieder eine Aufgabe, denn die Eltern würden Erziehung ernst nehmen und vorausschauend handeln, wir würden dafür sorgen, dass auch in Afrika alle Menschen Wasser hätten, die Luft wäre sauber, die Nachrichten in den Medien würden sich dann auch anders anhören und die Zeitungen hätten über erfreuliche Dinge zu berichten. Manipulation, Machtkämpfe und Betrügereien gehören dann der Vergangenheit an.

 

Wäre das nicht eine wunderbare Vision?

Wir würden stolz auf uns sein, würden uns zugestehen, aus unserem Leben etwas Gutes zu machen. Und das alles nur, weil wir zu unserem wahren Wesen, unserem inneren Licht, zu unserer Göttlichkeit oder einfacher ausgedrückt zu uns selbst stehen.

 

„Jeder Mensch hat die Chance, mindestens einen Teil der Welt zu verbessern, nämlich sich selbst.“

Paul Anton de Lagarde (1827 – 1891), deutscher Orientalist und Kulturphilosoph

Stephanie Merges-Wimmer

Bildquelle: pixabay 2

 

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